Die Wurzel der Weihnachtskrippe wird vielfach in der Verehrung der Geburtsgrotte in Bethlehem gesehen. Der Kirchenschriftsteller Origines (um 185-254) berichtete von Pilgern, die diesen Schauplatz des heiligen Geschehens besuchten. Da dies aber nicht jedem möglich war, versuchte die Kirche diesen Ort den Menschen in Form von Nachbildungen nahezubringen. Das Wort "Krippe" bezeichnete zunächst vor allem den Futtertrog, in dem das Jesukind gelegen hatte. Später jedoch wurde dieser Begriff auf die Nachbildung des heiligen Schauplatzes ausgeweitet.
Der Versuch, das wunderbare Geschehen der Heiligen Nacht auf Vielfältigste Weise darzustellen und anschaulich zu machen, zieht sich durch alle Epochen. Warum jedoch im 16. Jahrhundert der Schritt von der stationären Rekonstruktion im Andachtsraum zur veränderbaren, nur zur Weihnachtszeit aufgebauten Krippe mit mobilen Figuren erfolgte, wurde bis heute nicht eindeutig geklärt. Nach Ansicht von Rudolf Berlinger stellt jene Krippe, die sich der Hl. Cajetan von Thiene (1480-1547) zu Weihnachten baute, die früheste Krippe in unserem Sinn dar, 1613 hörte man im fürstlichen Damenstift zu Innsbruck von einem "weihnacht kripl", für das jedoch erst 1613 die benötigten Figuren angeschaft wurden.
Ins Bewußtsein der breiten Bevölkerung rückte die Krippe aber vor allem durch die Aufstellung in den Kirchen, wofür sich vor allem der Orden der Jesuiten verantwortlich zeigt, Der Ordensangehörige Philipp de Berlaymont publizierte damals bereits erste praktische Anleitungen für das Aufstellen von Krippen.
Der Weg der Krippe führte immer mehr von den Kirchen zum Bürgertum und in den bäuerlichen Bereich, um zusammen mit dem Weihnachtsbaum den leuchtenden Mittelpunkt jedes Weihnachtsfestes zu stellen.